Kommunikationsverhalten

Sprechen Sie wieder persönlich miteinander oder schreiben Sie noch E-Mails?

 

Jeder kennt die Flut an E-Mails und doch schreiben viele Menschen lieber eine E-Mail, als mit der Kollegin / dem Kollegen persönlich zu sprechen.

 

Warum machen wir das?

 

Haben wir etwa Sprechangst oder gar Soziophobie? Meiden wir den Dialog, weil wir uns nicht unterbrechen lassen wollen? Sind wir plötzlich so schüchtern? Meiden wir den persönlichen Kontakt, da es zu anstrengend ist?

Viele unserer Kollegen oder Freunde sagen, dass sie tatsächlich einen Sachverhalt lieber in eine E-Mail packen, als ein Gespräch anzustreben.

So entsteht eine Flut von E-Mails an die Kollegen und noch mehr E-Mails, weil wir in CC gesetzt werden. Es entsteht ein Reigen von Antworten. Was aber fehlt, ist die Zusammenführung eines gemeinsamen und verbindlichen Gedankens.

 

Kann man sich in einer E-Mail wirklich besser ausdrücken, als in einem persönlichen Gespräch?

In einem Text kann man eine Abhandlung mit allem Für und Wider auflisten. Man kann die eigenen Gedanken ausbreiten und erläutern. Man hat Zeit zu überlegen und sucht nach den richtigen Argumenten und der passenden Formulierung. Der Leser wiederum studiert die Abhandlung, versucht die Argumente zu verstehen, arbeitet sich durch das Für und Wider und verfasst dann das Antwortschreiben. Damit alle im Boot sind, setzt er die Kollegen noch auf CC. So kennen wir das!

Für bestimmte Sachverhalte kann dies eine effiziente und sinnvolle Strategie des Information-austausches sein. Wir sollten aber nicht vergessen, dass wir in einer E-Mail nicht alle Kommunikationskanäle nutzen können.

 

Uns fehlen die Aussagen, die uns Mimik, Gestik, Stimmklang, Sprechausdruck und Körperhaltung liefern.

Wir nehmen Argumente für bare Münze, die uns in einer mündlichen Kommunikation als zu schwach erscheinen würden. Wir fühlen uns angegriffen, weil der Inhalt glasklar formuliert ist und wir uns mehr Nachsicht gewünscht hätten. Nachsicht entsteht, wenn die Stimme weicher ist und das Sprechen etwas langsamer. Mimik und Gestik sind einladender.

Doch wie schreibe ich einen Sachverhalt nachsichtig? Welches Emoji verwende ich für Nachsicht?

 

Der älteste Weg der Kommunikation ist das Sprechen von Angesicht zu Angesicht.

Körpersprache, Stimmklang und Inhalt wurden nie getrennt. Jetzt erfindet man Emojis, um die schriftliche Kommunikation zu bereichern und unseren Gefühlsausdruck druckreif zu machen.

Wir gehen sogar so weit, dass es einen Code für Emojis gibt, um nichts falsch zu machen.

 

https://www.extratipp.com/lifehacks/peinlich-diese-emojis-nutzen-alle-falsch-hier- erfahren-sie-wieso-zr-10056644.html

 

Haben wir verlernt unsere paraverbalen und nonverbalen Kommunikationskanäle zu benutzen? Und haben wir daher Angst vor den Signalen, die unser Gesprächspartner schicken wird, weil wir sie nicht deuten können?

Wir sind verunsichert. So manche Kollegen, die sich zufällig auf einer Aufnahme hören, sagen besorgt, klinge ich wirklich so? Andere sagen, dass sie sich ungern selbst hören, da ihre Stimme so fremd klingt. Wir haben einen Gedanken im Kopf, aber die mündliche Ausgestaltung des Gedanken irritiert uns.

Zum Sprechen von Angesicht zu Angesicht gehört der souveräne Umgang mit paraverbalen und nonverbalen Signalen, d.h. Stimmklang, Sprechausdruck und Körpersprache untermauern den Inhalt (verbaler Anteil der Kommunikation). Eine E-Mail enthält nur den verbalen Teil der Kommunikation. Emojis versuchen Emotionen, die sonst über paraverbale und nonverbale Signale gesendet und empfangen werden, zu ersetzen.

Sprechen ist ein ständiges Geben und Nehmen. Wir senden Signale und entschlüsseln Signale. Babys kommunizieren sehr erfolgreich mit ihren Eltern über ihre Stimme und Körpersprache, obwohl sie Sprache erst erwerben müssen. Wir hören und verstehen das Unbehagen in einer Stimme, obwohl wir die Sprache des Gegenübers gar nicht beherrschen.

 

Wir sollten also den Wert der paraverbalen und nonverbalen Signale nicht unterschätzen.

Warum sprechen wir dann so ungern?

Sind wir das Sprechen von Angesicht zu Angesicht nicht mehr gewöhnt?

 

Testen Sie Ihr Kommunikationsverhalten.

Bitte beantworten Sie folgende Fragen.

  • Wieviele E-Mails schicken Sie pro Tag? (pro E-Mail 1 mal A)
  • Wieviele E-Mails beantworten Sie pro Tag? (pro E-Mail 1 mal A)
  • Wie oft kommunizieren Sie mit Whatsapp oder SMS pro Tag? (pro SMS 1 mal A)  
  • Wieviele Sprachnachrichten schicken Sie? (pro Sprachnachricht 1 mal B)
  • Wie oft telefonieren Sie pro Tag? (pro Telefonat 1 mal B)
  • Wie oft sprechen Sie via Video pro Tag? (pro Gespräch 1 mal C)
  • Wie oft sprechen Sie von Angesicht zu Angesicht pro Tag? (pro Gespräch 1 mal C)

Nun zählen Sie bitte Ihre Werte (A, B, C) zusammen. Sind Sie der A, B oder C Typ? Typ A bevorzugt die schriftliche Kommunikation via E-Mail, Typ B nimmt das Telefon zu Hand und spricht, Typ C wagt die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht.

A Typen könnten sich jetzt kritisch hinterfragen, ob manche Sachverhalte schneller und effektiver hätten persönlich besprochen werden können. Was hat Sie aber davon abgehalten sich auf den Weg zum Gesprächspartner zu machen? Die Entfernung oder der Kontakt  mit dem Gegenüber?

Vielleicht ließen sich ja manche Themen tatsächlich schneller lösen, wenn jeder der Beteiligten die Stimmung der Kollegen im Raum erkennt. Stimmungslagen können Beschlüsse erschweren. Verzögerungstaktiken fallen im persönlichen Kontakt schneller auf. Dialog von Angesicht zu Angesicht bedeutet, sich zu zeigen, die Signale des anderen zu lesen und auf diese Signale auch zu reagieren. Es erfordert mehr Aufmerksamkeit und Spontanität.

 

Warum nutzen wir also nicht unsere 3 Kommunikationskanäle, wenn wir sie schon haben?

 

Trauen Sie sich wieder in Dialog zu gehen!

Bevor Sie lernen welche Emojis, die richtigen sind, sprechen Sie persönlich mit Ihrer Kollegin und Ihrem Kollegen. Die Interpretation der paraverbalen und nonverbalen Signale ist nicht schwer. Wir haben sie schon mit dem Spracherwerb erworben. Sie geben uns Sicherheit in der Einschätzung von Aussagen. Wir gewinnen an Glaubwürdigkeit, wenn wir unsere mündlichen Aussagen mit Stimme, Sprechausdruck und Körpersprache passend untermauern. Wenn Sie die Themen Sprechen, Dialog, Wirkung neugierig gemacht haben, besuchen Sie unsere Website. Hier finden Sie spannende Videos.

Selbstverständlich beraten wir Sie persönlich, wenn Sie mehr über Ihre Sprechwirkung erfahren möchten.

Ihre Iris Eicher und das Team von SPC

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