Was passiert, wenn wir unser Gegenüber als dominant einschätzen?

Was passiert, wenn wir unser Gegenüber als dominant einschätzen?
Frauen und Männer erhöhen ihre Stimmlage, wenn sie mit einer Autorität sprechen.

„Perceived differences in social status between speaker and listener affect the speaker’s vocal characteristics.“

Leongómez, Mileva, Little & Roberts (14.06.2017) haben herausgefunden, dass wir unsere Stimme erhöhen, wenn wir mit Menschen sprechen, die wir für dominant einschätzen.

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0179407

In dieser Untersuchung wurde den Probanden gesagt, dass sie an einer Studie über neue Bewerbungstechniken teilnehmen bei denen weder der Bewerber noch der Arbeitgeber im selben Raum sind. Die Bewerber bekamen 3 Fotos von angeblichen Arbeitgebern zu sehen, die einmal dominant, angesehen oder neutral aussahen. Bei diesen 3 Chefs, das Foto lag vor, sollten sich die Probanden bewerben.
Sie mussten sich vorstellen, dann erklären, warum sie sich für den Job geeignet hielten und wie sie mit Konflikten umgehen würden. Außerdem mussten sie einen Persönlichkeitsfragebogen ausfüllen.

Die Auswertung des Tonmaterial zeigte einerseits, dass Probanden, die sich selbst als dominant einschätzten ihre Stimmlage deutlich senkten. Andererseits erhöhten sie ihre Stimmlage, wenn sie sich selbst im Gespräch mit einem als dominant eingeschätzten Arbeitgeber befanden.

Ein tiefer und gleichmäßiger Stimmklang soll Souveränität und Ruhe ausstrahlen. Interessant ist aber, dass der Sprecher sich stimmlich auch auf sein Gegenüber einstellt und seine Stimme bewusst oder unbewusst verändert, wenn er den Anderen als Autorität einschätzt. Die Stimmlage wird höher.

Mit einer höhere Stimmlage wollen sowohl Frauen wie Männer ihr Gegenüber besänftigen, meint Mileva aus der Forschergruppe. Wir schmeicheln der Autorität. Wir signalisieren stimmlich, dass es zu keiner Konfrontation kommt.

Der Einsatz der Stimme ist im sozialen Umgang ein wesentlicher Steuerungsmechanismus. Durch den Stimmklang und das Sprechtempo signalisieren wir Ruhe oder Erregtheit. Aber so die Studie signalisieren wir auch Ergebenheit, wie Mileva es ausdrückt.
Stimmklang und Sprechdynamik bewusst steuern zu können, ist ein wesentlicher Faktor für erfolgreiche Gesprächsführung. Daher plädieren wir dafür nicht in die Falle der Ergebenheit zu rutschen, wenn wir unseren Standpunkt vertreten wollen.

Trainieren Sie Ihre Stimme, damit sie nicht unbeabsichtigt in die Höhe rutscht.

Ihr SPC Team!
Viele Grüße
Iris Eicher

 

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